Ayurveda im Sommer: Balance für das Pitta Dosha

Ayurveda im Sommer: Balance für das Pitta Dosha

Der Sommer ist da und mit ihm die warmen Sonnenstrahlen, wärmere Temperaturen, längere Tage und viele Aktivitäten im Freien gehen mit dieser Jahreszeit einher. Im ayurvedischen Jahreszyklus kommen wir jetzt in die feurige Pitta-Zeit. Es ändern sich die Energien in uns und um uns, denn wenn die Temperatur im Sommer steigt, dann erhöht sich das Pitta-Dosha automatisch auch in unserem Körper.

Das Pitta-Dosha setzt sich aus den Elementen Feuer und Wasser zusammen und ist mit den Eigenschaften heiß, scharf, flüssig, ölig, leicht und beweglich verbunden. Wenn Du Dir bewusst bist, dass im Ayurveda Gleiches Gleiches erhöht, kannst Du einem Ungleichgewicht mit ein paar einfachen Routinen ganz leicht gegensteuern. Eventuell passt Du Deine Morgenroutine etwas an und falls Du noch keine hast, möchte ich Dich einladen, jetzt damit zu beginnen.

Pitta ist für die Verarbeitung und Transformation von Nahrung und Sinneseindrücken zuständig. Die Verdauung und der Stoffwechsel gehören zu seinen Funktionen. Pitta sorgt für eine gute Sehkraft, Wissen und Intellekt. Pitta-Typen werden im Allgemeinen als leidenschaftlich, intelligent, ehrgeizig und temperamentvoll beschrieben. Falls du dich jetzt fragst, welcher Dosha-Typ du bist, dann findest Du hier einen tollen Artikel dazu. Wenn das Pitta-Dosha erhöht ist, kann dies zu Stimmungsschwankungen (wir reagieren schnell gereizt), Verdauungsproblemen, Hautproblemen, entzündlichen Erkrankungen und Schlafproblemen führen.

Erhöhtes Pitta-Dosha führt leicht zu Gereiztheit…

 

Worauf solltest Du im Sommer besonders achten?

 

Mit Deiner Ernährung und Deinem Lebensstil kannst Du einen großen und wichtigen Beitrag leisten, um Deinen Körper im Gleichgewicht zu halten. Bei deinen Mahlzeiten solltest du jetzt zu viele salzige, saure, scharfe, fettige und heiße Speisen vermeiden, da diese das Pitta Dosha weiter anregen können. Bevorzuge dafür leichtere Optionen wie gedämpftes Gemüse, frische saisonale Gemüsesorten wie Gurken, Zucchini, Fenchel, rote Beete, grüne Blattgemüse und Wassermelone. Lebensmittel, die mit den Geschmacksrichtungen herb, bitter und süß kühlende, milde und sanfte Eigenschaften haben. Außerdem sind sie reich an Wasser und helfen, den Körper kühl zu halten. Im Sommer kannst du auch Salate und Rohkost in deinen Speiseplan integrieren, wenn du es gut verdauen kannst. Versuche, scharfe Gewürze wie Chili und Knoblauch zu vermeiden, stattdessen kannst du milde Gewürze wie Koriander, Kreuzkümmel und Fenchel verwenden, die das Pitta Dosha beruhigen.

Trinke über den Tag verteilt ausreichend Wasser und versuche kühlende Getränke wie Kokoswasser oder Pfefferminztee (wirkt auch warm kühlend) zu integrieren. Alkoholische Getränke und kohlensäurehaltige Getränke sind nicht zu empfehlen, da sie das Pitta Dosha erhöhen können.

Vermeide anstrengende Aktivitäten während den heißesten Stunden des Tages. Bewegung und Sport ist wichtig, verlege diese aber eher in die kühleren Tageszeiten. Beginne den Tag z. B. mit einem Spaziergang im Wald. Das Ganze darf jetzt etwas spielerischer sein und du solltest nicht unbedingt bis an deine Grenzen gehen. Sei freundlich und liebevoll zu dir selbst.

Auch Emotionen wollen gesehen und angenommen werden, denn nur so können sie transformiert werden. Versuche Stress zu reduzieren, da das Pitta-Dosha durch emotionalen Stress weiter aus dem Gleichgewicht geraten kann. Praktiziere Yoga, Meditation, Atemübungen, die dir helfen, Stress abzubauen und einen gesunden Umgang mit deinen Emotionen zu finden.

Gurkensalat im Sommer kühlt den Körper von innen

Reduziere Stress… Waldspaziergänge am Morgen helfen dir im Gleichgewicht zu bleiben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fünf einfache Tipps für deine Morgenroutine im Sommer

 

  1. Beginne den Tag mit zwei Gläsern lauwarmem Wasser mit frischem Zitronensaft und / oder Minze. Dies hilft, den Stoffwechsel anzuregen, den Körper zu entgiften und die Minze kühlt.
  2. Nimm eine lauwarme oder eine kühlende Dusche oder ein Bad, um den Körper zu erfrischen und den Geist zu beruhigen.
  3. Für das Ölziehen (hier kannst Du nachschauen wie es geht) kannst Du jetzt Kokosöl verwenden, da dies auch eine kühlende Wirkung hat. Wenn Du Deinen Körper im Sommer massieren möchtest dann verwende ebenfalls Kokosnussöl. Dies hilft, Hitze abzuleiten und den Körper zu entspannen.
  4. Leichte Yoga- oder Atemübungen, z. B. die Shitali-Atmung, um die Energie zum Fließen zu bringen.
  5. Nimm ein leichtes Frühstück zu dir. Saftige Früchte wie Aprikosen, Heidelbeeren, Kirschen und Brombeeren, leichte Getreide wie Reisflocken oder Haferflocken, in Kombination mit gesunden Fetten (z.B. Ghee, Kokosöl, Kokosjoghurt, Mandeln) sorgen für Feuchtigkeit und Frische.

 

Leichtes Frühstück mit frischen Früchten

Worauf sollte ich mit Rheuma besonders achten?

 

Hier ist es besonders wichtig, dass Pitta Dosha im Sommer im Gleichgewicht zu halten, da es sich bei vielen Formen des Rheumas um eine entzündliche Erkrankung handelt. Durch die Implementierung von Ayurveda-Routinen können die Symptome unter Umständen gelindert werden.

Eine kühlende Ernährung, wie im Ayurveda empfohlen, kann entzündungshemmende Eigenschaften haben und dazu beitragen, die Gelenkschmerzen und Entzündungen bei Rheuma zu reduzieren. Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, in Form von lauwarmen Wasser und kühlenden Getränken, hält die Gelenke geschmeidig und unterstützt den Körper bei der Ausscheidung von Giftstoffen.

Die Anpassung des Zeitplans und die Vermeidung von Überanstrengung während der heißesten Stunden des Tages sind besonders wichtig für Rheumatiker. Hitze kann zu einer Verschlimmerung der Schmerzen und Steifheit führen, daher sollten Aktivitäten im Freien in kühlere Zeiten verlegt werden. Das Tragen von leichter, luftiger Kleidung und der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung tragen ebenfalls zur Vermeidung von Überhitzung bei.

Die Praxis von Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation und Atemübungen kann natürlich auch mit einer rheumatischen Erkrankung helfen.

 

Meditation hilft dir um runterzufahren

 

 

Fazit

Im Sommer ist es wichtig, das Pitta Dosha auszugleichen und den Körper kühl zu halten. Achte auf ausreichenden Sonnenschutz, vermeide Überanstrengung, passe deine Ernährung an und konsumiere leicht verdauliche, kühlende Lebensmittel und Getränke. Durch die Integration einer Morgenroutine, die darauf abzielt, den Körper zu erfrischen und den Geist zu beruhigen, kannst Du das Pitta Dosha im Sommer harmonisieren und eine gesunde Balance aufrechterhalten. Und jetzt – genieße den SOMMER!

 

 

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Alles Liebe, Elke

 

 

 

 

 

Was ist ein ayurvedischer Cleanse?

Was ist ein ayurvedischer Cleanse?

Bei einem ayurvedischen Cleanse handelt es sich um eine ganzheitliche Reinigung von Körper und Geist. Ein ayurvedischer Cleanse besteht normalerweise aus drei Phasen: den Entlastungstagen, den Reinigungstagen und den Aufbautagen. Alles was Du dafür brauchst, ist etwas Zeit, Ruhe und gesunde Lebensmittel. Dabei kommen tägliche, sanfte Reinigungsmethoden (das Ölziehen und Zungenschaben) und eine Ernährung, die aus leicht verdaulichen, ballaststoffreichen Lebensmitteln besteht, zum Einsatz. So kannst Du deinen Körper, bei dem was er täglich leistet, auf sanfte Art und Weise unterstützen, damit alle Organe ihre Funktionen möglichst lange aufrechterhalten können. Während dieser Zeit wird auf verarbeitete Lebensmittel, Zucker, Alkohol und Kaffee verzichtet. Ich persönlich werde dieses Jahr während meines Cleanse eine Woche auf Social Media verzichten, um auch meinem Geist in dieser Zeit mehr Ruhe zu gönnen.

Ayurveda, Reinigen, Entschlacken, Detox

Die wichtigste Zeit für eine Reinigung im Ayurveda ist das Frühjahr. Die Tradition, sich von innerem und äußerem Ballast zu befreien, ist schon sehr alt und existiert sowohl in der westlichen Naturheilkunde wie auch in der ayurvedischen Tradition. In der heutigen Welt, in der wir von Umweltverschmutzung, stark verarbeiteten Lebensmitteln, schädlichen Chemikalien und Stress umgeben sind, ist die Entgiftung des Körpers wahrscheinlich wichtiger denn je. Giftstoffe oder Schlackenstoffe, die im Körper angesammelt werden, können die Körperzellen schädigen, das Immunsystem schwächen und zu einer Vielzahl von Krankheiten führen.

Ein ayurvedischer Cleanse ist eine natürliche und sanfte Methode, die natürlichen, reinigenden Funktionen des Körpers zu unterstützen und den Körper von Abfallstoffen befreien. Ein ayurvedischer Cleanse kann Dir auch helfen, wenn Du Dich müde und energielos fühlst oder mental und emotional überfordert bist. Dadurch kannst Du Dich wieder in ein Gleichgewicht zurückzuführen und die Heilkräfte des Körpers aktivieren.

Oft sind wir uns gar nicht bewusst wie abhängig wir von gewissen Lebensmitteln sind. Sie sind ständig und überall verfügbar. Oft dienen sie uns als Ersatz, um andere Bedürfnisse auszugleichen. Eine ayurvedische Reinigungswoche kann uns dabei helfen, dies zu überprüfen, unsere Abhängigkeit zu bestimmten Lebensmitteln zu hinterfragen. Wir können mentale Klarheit schaffen um uns und unsere Ernährung neu auszurichten.

 

Diese vier Aspekte sind Teil einer Cleanse Woche

1. Ernährung

Eine leichte, nährstoffreiche und pflanzenbasierte Ernährung. Sie besteht im Ayurveda hauptsächlich aus frischen, pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen. Die Mahlzeiten sollten leicht verdaulich und ausgewogen zusammengesetzt sein, um alle notwendigen Nährstoffe zu liefern. Während der ayurvedischen Detox-Kur sollte auf tierische Produkte überwiegend verzichtet werden. Darüber hinaus spielen auch die Art und Weise der Zubereitung und der Verzehrzeitpunkt eine wichtige Rolle. Die Mahlzeiten sollten warm, frisch und ohne chemische Zusätze zubereitet werden und die größte Mahlzeit des Tages sollte mittags eingenommen werden.

2. Bewegung 

Sanfte Yogaeinheiten, Atemübungen, Spaziergänge, Zeit in der Natur. Damit wird Körper und Geist wunderbar beim „Entgiften“ unterstützt. Das Verdauungssystem wird stimuliert, der Stoffwechsel angeregt, die inneren Organe massiert (über Drehungen beim Yoga oder Atemübungen) und der Körper kann entspannen.

3. Schlaf

Ausreichend Schlaf und Entspannung. Damit der Körper sich wirklich erholen und regenerieren kann, wird empfohlen gegen 21.30 Uhr ins Bett zu gehen. Hier finden, wenn wir schlafen, ganz wichtige innere Stoffwechselvorgänge statt. Regeneration von Zellen und Geweben, die durch die Energie von Pitta ab 22 Uhr stattfinden.

4. Routinen

Tägliche Morgenroutine integrieren. Dies ist eine wichtige Praxis, um den Körper und Geist auf den Tag vorzubereiten und das Gleichgewicht der Doshas im Körper zu fördern. Dazu gehören die Mundreinigung (siehe Einleitung), das Trinken von warmem Wasser, Yogaeinheiten und / oder Meditation, leichtes, warmes Frühstück und ein- bis zweimal die Woche eine Abhyanga-Massage (Selbstmassage mit warmem Sesamöl).

Foto: Canva

 

Vorteile eines ayurvedischen Cleanse

Der Körper wird bei seiner natürlichen Arbeit unterstützt, es findet eine sanfte Reinigung statt, mit dem Ziel, das Verdauungsfeuer (Agni) zu erhöhen. So können Ablagerungen und Abfallstoffe im Körper „verbrannt“ werden und die Energie kann wieder zum Fließen gebracht werden.

Durch den Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel, Koffein, Industriezucker und Alkohol können Leber und Nieren bei Ihrer Arbeit unterstützt werden. Wir finden zurück in unser natürliches Gleichgewicht. Der Verzicht auf schwere, fettige oder zuckerhaltige Lebensmittel kann der Körper seine Verdauungskapazität erhöhen und die natürlichen Ausscheidungsprozesse unterstützen. Dadurch kann die Verdauung verbessert werden.

Bei entzündlich-chronischen Erkrankungen, wie z. B. dem Rheuma, können die Entzündungen im Körper reduziert werden. Das Immunsystem kann gestärkt werden, indem dem Körper wichtige Nährstoffe und Antioxidantien zugeführt werden. Dies kann dazu beitragen, das Risiko von Infektionen und Krankheiten zu reduzieren.

Durch die Reinigung und Stärkung des Körpers gewinnt der Körper an Energie und Vitalität. Die Erhöhung des Energielevels bringt ein allgemein besseres Wohlbefinden mit sich. Das Hautbild kann verbessert werden und die Haut kann strahlender und gesünder aussehen.

Durch das Praktizieren von Yoga, Atemübungen, Meditation und / oder Spaziergängen wird Stress reduziert. Diese Praktiken können dazu beitragen, den Stresspegel zu senken und den Geist zu beruhigen. Wir finden zurück zu mentaler Klarheit.

Evtl. hilft die Reinigungswoche, überschüssiges Wasser aus dem Körper zu entfernen, was sich positiv auf das Gewicht auswirken kann. Durch die Umstellung auf eine gesunde Ernährung und die Aktivierung des Stoffwechsels kann man auch langfristig von einer Gewichtsabnahme profitieren.

 

Warum ich eine Reinigungswoche mache

Für mich ist es das dritte Jahr in Folge, dass ich meinem Körper diese sanfte Form der Reinigung gönne. Es ist so ein bisschen wie den Reset-Knopf am Computer drücken. Alles auf Anfang. Ich nehme mir Zeit für meinen Körper und meinen Geist. Mit leichter, nährstoffreicher Ernährung, mit viel Schlaf, mit wenig Terminen und mit wenig Ablenkung von außen, unterstütze ich meinen Körper eine Woche im Frühjahr und eine Woche im Herbst. Damit er die wundervolle Arbeit, die er Tag für Tag leistet, noch ein paar weitere Jahre leisten kann. Eine Veränderung ist bereits ab dem dritten oder vierten Tag deutlich spürbar. Mehr Vitalität, ein höheres Energielevel und ein ausgeglichener Geist. So kann ich meinen Körper immer wieder in ein Gleichgewicht zurückführen, was mir sehr dabei hilft schmerzfrei und gut mit meiner Spondylose zu leben.

Foto: Inka Reiter

 

 

Möchtest Du auch eine ayurvedische Reinigungswoche machen, weißt aber nicht wie? Gerne begleite ich Dich ganz individuell, und wir schauen gemeinsam was für Dich am besten geeignet ist. Schreib mir eine E-Mail und buche Dein kostenloses Erstgespräch.

Hast Du vielleicht schon Erfahrungen gemacht mit einer ayurvedischen Reinigungswoche? Dann schreib es mir gern in die Kommentare.

Alles Liebe, Elke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist Ayurveda?

Was ist Ayurveda?

Beim Ayurveda handelt es sich um eine ca. 5000 Jahre alte indische Heil- und Lebensphilosophie. Ayurveda ist die Wissenschaft vom Leben (ayus = Leben / Veda = Wissenschaft). Der Ayurveda befasst sich mit dem Leben als Ganzes und vereint physische, mentale und spirituelle Aspekte. Nun geht es aber nicht nur um ein langes Leben, sondern es geht vor allem darum, Krankheiten vorzubeugen und gegebenenfalls zu heilen. Es geht darum Körper, Geist und Seele in Balance zu halten bzw. immer wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Denn wenn Körper und Geist in Balance sind, kann sich keine Krankheit in unserem Körper manifestieren. Ayurveda stützt sich auf die Einzigartigkeit jedes Individuums, um den Menschen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen

Die wichtigsten Grundsätze des Ayurveda

Der Mensch, die Natur und der Kosmos sind eine untrennbare Einheit. Verbunden über die Bausteine der Natur oder die fünf Elemente – Äther/Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde -, die sich sowohl im Universum (Makrokosmos) als auch in jedem Menschen (Mikrokosmos) wiederfinden.

5 Elemente – Äther, Luft, Feuer, Wasser, Erde

Die fünf Elemente im Ayurveda

Der Raum (Äther), der uns umgibt. Wir brauchen den Raum, um zu wachsen und zu leben. Auch in unserem Körper finden wir Räume, z. B. im Mund, Magen-Darm-Trakt, im Brustraum, in den Atemorganen. Unser Hörsinn ist mit dem Element Raum / Äther verbunden. In der Natur findet sich das Element Äther im Kosmos sowie in allen natürlichen Lebensräumen wieder.

Luft hat die Eigenschaften leicht, trocken, rau, klar, beweglich, feinstofflich und kalt. Es ist das Element der Bewegung. Wir finden es z. B. in der Muskelbewegung, im Ein- und Ausatmen und bei den Bewegungen des Darms. Das Luftelement ist mit unserem Tastsinn verbunden.

Die Eigenschaften von Feuer sind heiß, trocken, scharf und durchdringend. Dem menschlichen Körper verleiht es Wärme. Dies zeigt sich vor allem im Stoffwechsel und in den Verdauungsprozessen. Es reguliert die Nährstoffaufnahme und Assimilation (die Stoffumwandlung körperfremder in körpereigene Stoffe) und zeigt sich als Intelligenz in der grauen Substanz unseres Gehirns. Die Augen sind mit dem Element Feuer verbunden.

Das Element Wasser ist fließend, weich, kalt und dicht. Es ist ein wichtiger Bestandteil unseres Körpers und wir finden es in allen flüssigen Bestandteilen des Körpers, z. B. den Verdauungssäften oder den Schleimhäuten. Ohne Wasser ist unser Körper nicht überlebensfähig. Das dazugehörige Sinnesorgan ist die Zunge (Geschmacksinn).

Die Eigenschaften der Erde sind hart, fest, rau, grobstofflich, schwer und langsam. Im Körper finden wir das Element Erde in allen festen Strukturen, wie z. B. Zähne, Knochen, Knorpel und Muskeln. Der Geruchssinn ist mit diesem Element verbunden.

Nun geht der Ayurveda noch einen Schritt weiter und formt aus den fünf Elementen die drei Bioenergien / die Doshas.  

Die drei Doshas im Ayurveda

Jeder Mensch besteht aus einer Kombination dieser drei Doshas, die sich ganz individuell zusammensetzt und die für die psychischen und physischen Funktionsweisen verantwortlich sind. Diese drei Bioenergien sind für unsere körperlichen und mentalen Funktionen verantwortlich.

Das Vata-Dosha setzt sich zusammen aus den Elementen Äther und Luft und ist die Bewegungsenergie. Es initiiert Bewegung im Körper, ist zuständig für unseren Atem und das Nervensystem. Ist Vata im Gleichgewicht bringt es uns Kreativität, Leichtigkeit und Flexibilität. Ist es im Ungleichgewicht bringt es Nervosität und Schlaflosigkeit mit sich. Sein Hauptsitz ist im Dickdarm.

Das Pitta-Dosha setzt sich aus den Elementen Feuer und Wasser zusammen. Es ist für den Stoffwechsel und die Transformation im Körper zuständig. Ist Pitta im Gleichgewicht sorgt es für schnelle Aufnahmefähigkeit, Intelligenz und Mut. Ist es im Ungleichgewicht kann es zu Entzündungen im Körper oder Wut führen. Sein Hauptsitz ist im Magen und Dünndarm.

Das Kapha-Dosha setzt sich zusammen aus den Elementen Wasser und Erde. Es gibt unserem Körper seine Stabilität, ist verantwortlich für unseren Körperbau und nährt unser Gewebe. Im Gleichgewicht sorgt es für Ausgeglichenheit, Durchhaltevermögen und Ruhe. Ist es im Ungleichgewicht kann es zu Lethargie, Depressionen oder Fettleibigkeit führen. Sein Hauptsitz ist im Brustkorb oberhalb des Herzens.

 

Die Doshas im Gleichgewicht

Wenn die drei Doshas ausbalanciert vorliegen, können wir von Gesundheit sprechen. Diese Doshas sind in jedem Wesen in unterschiedlicher Weise vertreten und bilden dessen individuelle Grundkonstitution. Unsere Bioenergien werden über die Nahrung und über die Atmung immer wieder aufgefüllt. Die Nahrung versorgt unseren Körper in konkreter Form, der Atem versorgt unseren Körper mit feinstofflicher Energie. Daher sind unser Atem und ein „diszipliniertes“ Essen wichtige Pfeiler für unser Wohlbefinden. Diese Balance sieht aber für jeden Menschen anders aus und ist höchst individuell. Es ist also durchaus hilfreich, seine individuelle Grundkonstitution zu kennen, um dann auch danach leben zu können.

Im Laufe unseres Lebens verändert sich unsere Grundkonstitution oft durch unsere Lebensgewohnheiten, durch unsere Ernährung, durch die Einflüsse der Jahreszeiten und das Alter. Unser Körper ist stets bemüht, seinen natürlichen Zustand wiederherzustellen. Wenn wir aber einen Lebenswandel pflegen, der ein Ungleichgewicht in unserem Körper verstärkt, kann es zu Krankheit kommen. Wenn wir zum Beispiel über einen längeren Zeitraum eine Art von Morgensteifigkeit missachten, kann dies zu chronischen Schmerzen und im schlimmsten Fall zu einer rheumatischen Erkrankung führen.

 

Wie Du den Ayurveda für Dich anwenden kannst

Das Hauptziel ist also, das körperliche Gleichgewicht und den natürlichen Grundzustand zu erhalten. Wichtig ist zu verstehen, dass es beim Ayurveda nicht um strikte Regeln oder eine strikte Lebensführung geht. Der Ayurveda bietet viel Flexibilität und Freiheit, um sich selbst gut zu pflegen und ihn schrittweise zu integrieren. Hier ein paar Empfehlungen, die du nach und nach in deinen Tagesplan einbauen kannst:

 

  • Ernährung – so oft wie möglich frisch, regional, saisonal kochen
  • Ayurvedische Gewürze wie Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander und Ingwer integrieren – sie wirken verdauungsfördernd
  • Lifestyle – Leben angepasst an die Tages- und Jahresrhythmen (diese stelle ich Dir in einem meiner nächsten Blogartikel vor)
  • Routinen – nimm dir etwas Zeit am Morgen, integriere Rituale wie Ölziehen, Zunge schaben und warmes Wasser trinken
  • Stress reduzieren – Pausen in den Alltag integrieren, kleine Achtsamkeits- und Atemübungen, Spaziergänge in der Natur
  • Bewegung und Achtsamkeit – Yoga, Pranayama und Meditation

 

Mein Weg mit dem Ayurveda

Kennengelernt habe ich den Ayurveda schon vor vielen Jahren durch eine meiner Yogaausbildungen. Am Anfang dachte ich immer, dass der Ayurveda super kompliziert ist und ich dazu sowieso keine Zeit habe. Ich habe erst nach und nach verstanden, dass ich den Ayurveda schrittweise in meinen Alltag integrieren darf und nicht alles von heute auf morgen komplett umstellen muss. Heute nehme ich mir Zeit für mich und höre auf meinen Körper und seine Bedürfnisse, und diese Zeit ist so wertvoll und hilft mir mein individuelles Gleichgewicht zu wahren. Für mich sind die Tools wie Ernährung, körperliche Aktivität, Atemtechniken, Schlaf und Stressbewältigung unverzichtbar geworden. Ich nehme mir die Zeit um nach innen zu spüren und zu verstehen was ich brauche. Natürlich gelingt mir das mal besser und mal weniger gut, aber auch das darf sein! Mein Wunsch ist, dass wir es uns mit dem Ayurveda leicht machen und ihn an unsere individuelle Situation anpassen, so wird er dir am besten nutzen.

Möchtest Du wissen, welches Dosha bei dir momentan vorherrschend ist, oder ob die Doshas in einem Gleichgewicht sind? Bist du interessiert an einer Konstitutionsanalyse? Alle Informationen dazu findest du hier.